Original

10. Oktober 1926

Das erste Feuer im Ofen.

Man weiß, nun kommt der Winter. Und nur noch eine Weile um die Tatsache herumschleichen will sie verkleinern und spricht darum nicht von Feuer, sondern gebraucht ein Diminutiv. schmunzelnd: „Wir haben heute so ’n kleines Feuerchen angemacht,“ - und drauf der andere: „O ja kann es schon gut vertragen.“

Man sagt „Feuerchen“, wie man „Himpche@ Niemand bestellt sich heute noch einen Humpen@ weil man nicht dastehen will als einer, der großen Quantitäten zu sich nimmt, ist es @ Bedürfnis heraus, die Welt in lauter Dimin@ zerlegen, um leichter mit ihr fertig zu werden@

Also das erste Feuerchen. Es ist mehr ein@ des Gemüts, als der Temperatur.

Man hat Monate eines Freiluftlebens voll licher Güte hinter sich. Die gute Mutter Sonne. Sie ließ uns frei herumlaufen, barha@ barfuß. Und dazwischen auch nicht viel, wen@ haupt ....

Jetzt auf einmal sagt sie, wie Fräulein nach der Schulpause: „Allehopp, herein!“

Wir hatten uns an die Pause so gewöhnt, die Schule nicht mehr behagt, und wir gr@ Sonne, die uns nun auf einmal so stief@ behandelt.

„Ach was, Frau Sonne, wir kommen auch aus. Wir haben zuhaus in einer Ecke eine@ Porzellanofen und in einer andern E@ schwarzen Amerikaner stehen; wir haben Speicher Holz kordenweise und im Keller @ und Braunkohlenbriketts liegen, so viel wir @ Geh du ruhig ein paar Monate auf Re@ behelfen uns trefflich ohne dich. Und wir sin@ Sache sicher. Nicht daß wir auf einen war@ rechnen und nachher zähneklappernd mit Lippen und roten Nasen herumlaufen müssen, im Sommer, nein, wir wissen, wenn wir @ Ofen haben, so wird es warm, genau so @ wir wollen. Also Adieu Frau Sonne, bis @ Juni oder wenn es dir grade paßt!“

Frau Sonne hört die undanibaren @ lächelt mild.

„O du armes, sonnvergessenes Luderchen!“ „Bildest du dir wirklich ein, du könntest deine Finger, deine frostbeuligen Füße und de@ Schnupfennase an einem Feuer wärmen, einem andern kommt, als von mir? Meinst lich, für dein Holz habest du der Firma He@ für deine Kohlen der Firma Perrard oder i@ andern Holz- und Kohlenhandlung zu danke@ du nicht, daß dein schönes Buchenscheitholz nu@ von sich geben kann, die es von mir hat, Jahrzehnte aufgespeicherte Sonnenenergie! Steinkohlen? Waren sie nicht einst riesige in denen vor Jahrtausenden die Schwing@ @ ausgingen, Zelle an Zelle bauten, damit sie @die angehäufte Kraft wieder durch eure @ngen strahlen?

@die Elektriztät! Ja, die Elektrizität! Die, an @ Euch wärmt, und die, die für Euch Zeit und @so wunderbar abkürzt, daß Ihr selbst das @ noch nicht ganz versteht, das Ihr mit ihr @en imstande seid! Glaubt Ihr denn, da habt @e andre Kraft gefaßt, als die, die von mir @, von mir, dem Herzen Eures Weltalls? @ Holz in Eure Öfen, werft Kohlen in Eure @aner und unter Eure Dampfkessel, um Euch zu @ wenn ich anderweitig beschäftigt bin - Ihr @ doch von mir nicht los!“

@u, liebe Sonne, tu nicht beleidigt, wir freuen @ ersten Feuerchens um so inniger, wenn wir daß seine wohlige Wärme letzten Endes doch @ von dir kommt. Also nichts für ungut. Und @ für, daß unsre Kindskinder über einige Jahr@e auch noch was zu brennen haben.“

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    Katalognummer BW-AK-014-3265