Original

27. Oktober 1926

„Auch wieder so’n sinnloser Ausdruck,“ ärgerte Herr Grimmberger. Ich hatte nämlich in irgendeinen Zusammenhang die französische Wendung gebraucht Se rincer l’œil.

„Se rineer l’œil, sich das Auge ausspülen - @ heißt das? Wie spülen Sie, wo spülen Sie? @ können Sie sich mit zwei gutgewachsenen Mäd@ beinen die Augen ausspülen? Unsinn!“

Wir kamen über die Gewann am Holler@ Schlachthaus vorbei, beim Gaswerk an die Pet@ Herr Grimmberger rümpfte schon auf dreißig @ die Nase. Und als er das ekelhafte Gerinnsel @ sah, brach er in einen malerischen Fluch aus. Das@ doch unerhört, und wie dergleichen in Europa m@ sei, und wann endlich die Kanalisation fertig @ und was übrigens die beste Kanalisation helfen @ wenn aus allen Ufermauern eine so ekelhafte S@ in den Bach laufen darf. Eine ehrliche, brave, b@ Mistjauche, à la bonne heure! Die könne sich @ und riechen lassen, aber dieses unheimliche mausg@ Gebräu, davor drehen sich einem ja alle Einge@ im Leib herum.

Und es wurde nicht besser. Wir gingen durch H@ rich die Straße am Bach her bis zur Brücke, @ noch immer zwischen grünen Wiesen die maus@ Dreckbrühe durch das Joseph Heintz-Tal dahinstr@ sahen sie von der Neuen Brücke herunter im @ liegen, unaussprechlich ekelhaft, ein Schandfleck @ gloriosen Herbstlandschaft, wie eine brutale U@ keit in einem vornehmen Salon. Und Herr Gr@ berger fand für seine Empörung keine Worte meh@

Drei Wochen später.

Wir standen zusammen hoch über dem Moselt@ man als lange Horizontlinie die Höhen der W@ scheide zwischen Saar und Mosel sich hinziehen @ den Kirchturm von Merzkirch und den Sinzer @ die Wahrzeichen der Gegend, und die sanft h@ geatmeten Brüste der Landschaft, die Wälde@ Äcker, und die Zwillingstürme der Kirche von H@ die in die grüne, welte Ländlichkeit etwas vo@ Majestät einer Kathedrale hineintäuschen. U@ Tal die Mosel, die in anmutig geschwungenem @ um die rund gebettete Flur sich windet, die sie @ im Lauf der Jahrtausende angeschwemmt hat @ schattenlos, sonnengierig daliegt, wie der rie@ Deckel einer Austernschale, von oben gesehen. A@ Moselspiegel kriecht eine Fliege, das ist der G@ Jang von Remich in seinem Fischernachen - er @ sein rundes Netz und es ist, als hätte die Fliege @ ihrer Florflügel überm Gähnen hinausgereckt.

Drüben haben sich ein paar Hüterbuben @ Kleider entledigt und ihre rosa Leiber hüpf@ dem grünen Hintergrund der Wiese und plump@ den blauen Glanz des Uferwassers, daß dara@ aufgeregtes Geflimmer wird.

Herr Grimmberger macht: „Hm hm hm! Es @ schön, man kann sagen, was man will. Weiß G@ wurde in den letzten Wochen dies verdamm@ der verschmutzten Petruß nicht los. Es stand @ der Netzhaut wie ein Fettfleck, der keinem @ weicht. Ich träumte davon. Ich roch es in de@ bildung. Tagelang konnte ich keine Suppe e@ meinte immer .... Wahrhaftig, es war, al@ ich mir die Augen beschmutzt.“

„Und jetzt?“

„Weg wie weggespült.“

„Na also, Herr Grimmberger. Vous vo@ rincé l’œil.“

„Natürlich müssen Sie wieder anzüglich w@

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