Original

5. November 1919

Schnee, du langweiliger Geselle! Und wenn du zehnmal der erste bist, ich verabscheue dich! Du @ Philister! Du bist langweilig, wie eine Unsch@ die nichts @für kann.

Du bildest dir am Ende Gott weiß was darauf @ daß du mit einen Vorsprung von fünf bis @ Wochen durchs Ziel gehst. Du schneist beglückend @ ein und lachst ei@ gebildet: Na, Kinder, was sagt @ denn nu!

Ich sage: Du langweilst uns, du belästigst uns wir hätten dich ganz gerne noch bis zum 24. Dezember um Mitternacht entbehrt, wo du meinetwegen @ Weihnachtsstassage dich hättest breit machen dü@

Aber so kommst du wie ein Kettenhändler in @ neue Wohnung. ehe der vorige Mieter ausgezo@ ist. Protzig, rechth@berisch und geschmacklos.

Der vorige@er, lieber Schnee, das war @ Herbst. Der ist eine ganz andere Nummer, als @ Der hat Farben was gibst du was hast du, durch @ ganzen Regenbogen hindurch. Und er hat Äpfel@ Birnen und und@ und er ist die @ Stunde selber. Aber du! Willst du uns mit de@ jungfräulichen Weiße imponieren? Weißt du, @ das ist? Verneinung, Leere, Unerfüllung, nicht @ mal Sehnsucht, nur Langeweile. Und statt des @ @stes bringst du uns nasse Füße, Schnupfen @ Reißen im Kreuz.

Schnee, ich sage dir nochmals, du kannst @ gestohlen werden. Die Beflissenheit mit der du @ in diesem Jahre heimsuchst, sei verflucht. Du hast @ ein Stückchen Herbst gestohlen, das letzte, das sch@ Die Wälder standen noch in der leisen Pracht @ vielfarbigen Goldes, wir durften noch auf @ Geschenk eines kurzen Sommertages hoffen, wir@ dachten, den Abschied @ an@ Brusten der Natur @ zu @ in unserm Park ist der Spätherbst immer noch@ schön, wie ein fir@ erloschen ist, der Blick von der Pescatore-Te@ ins Tal nach Walferdingen ist selbst im Nove@ wenn der Herbst in Moll verklingt, noch ein T@ und eine Verheißung - und @ fatzke, und machst unter das alles brutal einen Str@ Du bestiehlst uns um den letzten Schluck aus@ süßen Becher des Jahres, grade wie die @ Budenbretter zur Schobermeß uns um die le@ Wochen des Sommers betrügen. Du kannst@ gestohlen werden.

Freilich, die Schnoeballenschlachten und die Ro@ lust! Das lasse ich gelten. Wenn ich nichts anders@ tun hätte, @ürde ich heute in meinen G@rt@ schönsten @hne@mann bauen und vielleicht mit @ Rodel hinausziehen, dahin, wo die Straße am @ sten ist.

Aber es wäre miner noch nicht das Richtige. @ zu seiner Zeit. Wir sollen um Gottes willen @ nicht um den Duft der Dinge bringen, inde@ snobistisch die Genüsse, die in einer bestim@ Jahreszeit heimisch sind, über das ganze Jahr @ @en. Wer sich geläufig Walderdb@eren um W@ nachten leistet, wird bald v@m Zauber, den sie @ strömen, nichts mehr spüren. Der gewöhnlichste @ wird über Kuddelfleck im Juli die Nase rüm@ So ist es mit dem Rodeln um Allerheiligen.

Am schönsten ist der Schnee, wenn schon ein @ Frützling in der Februarluft ist. Dann wissen@ daß wir ihn bald los werden. Also merk es@ Schnee, so gern dich jetzt manche haben, am lie@ bis du uns allemal, wenn du wieder gehst.

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    Katalognummer BW-AK-007-1522