Ich fordere hiermit dringlich zur Gründung des längst blutnotwendig gewordenen. Vereins Adadukr auf.
Es ist dies der Verein, dessen Gründung die unabweisbare Ferderung des Tages ist. Heute, in der Zeit des unerschwinglich teuern Schuhwerks, der dauernd nassen Füße, der rücksichtslos dreckspritzenden Automobile drängt sich die Gründung des Vereins Adadukr mit eisernem Zwange auf.
Der Verein „Antidreckaufdemunternkönigsring“ (Adadukr) hat den Zweck, den unbaltbaren Zuständen an dem Punkt, wo der Konigsring die Montereyavenue überquert - ober- und unterhalb, speziell zwischen dem Hause Servais und dem Verwaltungsgebäude des Lokalvereinverbandes - endgültig ein Ende zu bereiten.
Der Zustand des Fahrdammes an dieser Stelle spottet jeder Beschreibung. Das Querprofil der Straße ergibt eine Senkung nach der Mitte zu, die von vielfachen kleineren Senkungen rechts und links der Mittelachse abwechslungsreich begleitet wird. Es ist, als hätte sich die Sache in der ganzen Stadt herumgesprochen, denn ganz sicher ist an dieser Stelle der Dreck der ganzen Stadt zusammengeslossen. Es ist eine Dreckversammlung, ein Dreckparlament, eine Dreckbörse, eine Dreckmesse. Leute, besonders Damen, die hier die Straße überqueren sollen, stehen eine Weile bestürzt, vor den Kopf geschlagen, unschlüssig vor dieser Orgie von Dreck. Erst allmählich können sie sich entschließen, den Gang zu wagen. Die einen waten auf den Zehen, die andern auf den Absätzen hinüber. Ich habe Damen gesehen, die ihre Kleider, trotzdem sie kaum bis unter die Kniekehlon reichten, noch extra hochhoben, weil sie überzeugt waren, der Dreck würde ihnen sonst bis an den Kleidersaum reichen.
Ich habe lange nachgedacht und lange mit Fachleuten beraten, was da zu machen ist. Es lag nahe, an den Bau einer Überführung zu denken, etwa wie vom Fürstenpavillon am Bahnhof nach der Bonnewegerstraße hinüber. Damit wäre die Frage für den Überquerungsverlehr gelöst, nicht aber für den Längsverkehr auf dem Fahrdamm. Da bin ich mit den kompetenten Fachleuten zu dem Schluß gelangt, daß nur eins helfen kann: Die Kanalisation dieser Strecke des Straßenzugs. Das heißt, die Straße wird durch einen Kanal ersetzt, auf dem statt der Fuhrwerke Schiffe verkehren. Das Umfrachten aus den Wagen in die Schiffe und aus den Schiffen in die Wagen wird zwar einige Umstände machen, aber die Dreckfrage wird endgültig gelöst sein.
Vielleicht werden dem Verein Adadukr noch andere folgen. Zum Beispiel der Verein Adidarsa (Antidreckinderarsenalavenue). Das Gebiet für diese Vereinstätigkeit ist ein sehr ausgebreitetes und breitet sich noch immer weiter aus. Die verschiedenen Vereine könnten sich behufs gegenseitiger Unterstützung und behufs Vereinheitlichung ihres Vorgehens zu einem Verband zusammenschließen. Warum sollen sie es nicht, wie der Verband landwirtschaftlicher Lokalvereine, zu einem Verbandsgebäude bringen, vor dem, im Gegensatz zu jenem, die peinlichste Sauberkeit auf der Straße herrschen könnte. Ferner: Die Verwendung des Drecks? Denn auch daran muß gedacht werden. Auf die Dauer wird eine gewisse Presse hier nicht mehr allein allen Straßendreck aufnehmen können, es muß für anderweitigen Absatz gesorgt werden. Also hinein in die Antidreckvereine!“