Der schwedische Maler Carl Larsson erbte eines Tages von zwei alten Schwiegertanten ein Hüttchen „unweit der Stelle, wo der Sundbornsbach eine Biegung macht, und wo er sich eine Kleinigkeit erweitert. Ein schmaler, abschüssiger Fußpfad führt unmittelbar zum Wasser, und dort liegt ein alter Nachen, um anzudeuten, daß hier der Hafen sei .... An dieser Stätte überfiel mich das herrliche Gefühl der Abgeschiedenheit vom Lärm und Getriebe der großen Welt, so, wie ich es nur einmal vorher empfunden hatte. Und das war in einem französischen Bauernhof gewesen.“
Carl Larsson hat sich dann das ererbte Schwiegertantenhüttchen umgebaut. „Das Haus mußte ich so haben, genau so, wie ich es haben wollte, sonst hätte ich mich nie darin wohl gefühlt.“ - Ein Beweis mehr dafür, daß ein Haus schließlich nichts anderes ist, als ein erweiterter Rock, der auf Maß gefertigt sein muß, soll er einen nicht in allen Nähten drücken.
Über sein Haus hat Larsson zwei Bücher geschrieben, aus denen ein deutscher Verleger ein drittes gemacht und unter dem Titel „Das Haus in der Sonne“ herausgegeben hat. Dies Buch hatte einen Bombenerfolg. Es kam mir nach längeren Jahren eben wieder zu Gesicht und der Titel klang mir einen ganzen Tag lang in den Ohren.
„Das Haus in der Sonne.“
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, jedes Haus sollte in der Sonne liegen. Aber die Menschen von heute sind solche Schattenpflanzen, daß man glauben sollte, sie fürchten sich vor jedem Sonnenstrahl und drehen der Sonne beharrlich den Rücken.
Darum möchte ich hier allen, die es angeht, einen guten Rat geben.
So Du, lieber Leser, in Dir den Wunsch oder Plan entstehen fühlst, Dir ein Haus zu bauen, gehe zu allererst hin und kaufe Dir von Carl Larsson dies Buch: Das Haus in der Sonne. Kaufe es Du Dir einen Bauplatz kaufst, ehe Du mit dem Architekten oder Unternehmer sprichst. Dann bin ich sicher, Du wirst Dir Dein Haus in die Sonne bauen. Am Wasser kann nicht jeder sein Heim errichten, aber in die Sonne könnte jeder bauen. Leider haben viele im Schatten die Liebe zur Sonne verlernt.
Man sieht es am besten an denen, die von draußen stammen und in der Stadt sich ansiedeln. Ihnen wird draußen der Sonnenschein in solcher Fülle gespendet sie waren damit derart umgossen und umflossen, daß sie ihn schließlich nur noch als lästig empfanden. Ihre Losung stammt aus den heißen Sommertagen, wo sich die Bauern grüßen: „’t aß haut gudd Schied.“ Ihnen ist es vollkommen gleichgültig, daß ihre Fenster nach Nord oder Süd, nach Ost oder West hinausgehen.
Sie bauen sich Häuser, in denen Treppe, K und Watercloset in der prallen Sonne, Wohn-, Schlafzimmer im ewigen Schatten liegen und wundern sich, wenn man sie darauf aufmerkssam macht. Sie vergessen, daß in der Stadt die Menchen@ durch Not und Unverstand auf schmale SonnenRationen gesetzt sind. Erst wenn sie älter oder werden, merken sie, daß ihnen etwas fehlt, was sie als Kind in vollen Zügen genossen hatten, der @ nach der Sonne wird in ihnen wach, und d@ suchen sie um das Haus herum das Eckchen, wo@ hindringt.
Die große, himmelschreiende Sünde wider @ hl. Geist der Sonnenliebe ist hier u. a. auf @ Limpertsberg begangen.
Der Limpertsberg war das ideale Gelände @ eine Gartenstadt mit bescheidenen Einfami@ häuschen und auch größeren Villen. Er fällt @ und sauft nach Süden ab, gradenwegs der S@ entgegen. Es brauchte nur behördlich dekretier@ werden, daß von jedem Hausplatz höchstens @ Drittel bebaut werden durfte, um die Spekul@ auszuschalten und den Limpertsberg mit l@ Häusern in der Sonne zu besäen. Er wäre @ wohnungspolitische Sehenswürdigkeit gewo@ Statt dessen sind auf dem Limpertsberg die Pf@ taler Straßen neu erstanden in derselben Zeit@ der sie der Hygiene zulieb da drunten abgetr@ wurden. Trostlosere Städtebilder, als sie ein@ Limpertsberger Straßen heute bieten, sind nich@ ersinnen. Und was hätte bei Verpönung der@ schlossenen Bauweise daraus gemacht werden kö@ Seht Euch nur die Progrès-Häuser an: Da @ sonnige Lage mit Verständnis ausgenützt@ werden frohe Menschen aufwachsen!
Wenn Herr Baurat Stübben nächstens ko@ sollt Ihr ihn doch einmal fragen, wie es gem@ werden soll, damit die Häuser im Schatten bei@ weniger werden, wirklich und bildlich. Denn @ bedingt das andere.