Original

17. März 1926

Ein Künstlerinnen-Leben in Zeitungsausschnitten.

„Die berühmte Pariser Straßensängerin Eugenie Buffet wird nächsten Samstag, einer Einladung des Kasino folgend, hier auftreten.“

(Lux. Ztg., 9. August 1905, Abendausgabe.)

„Wie gestern kurz gemeldet, wird am Samstag abend 9 Uhr im Kasino die französische Straßensängerin Eugenie Buffet auftreten. Sie läßt sich zurzeit in belgischen Städten hören und erringt sich überall die Gunst des Publikums durch ihren eigenartigen Vortrag. Seit Jahren singt die Presse das Lob Eugenie Buffet’s. Ein Blatt schreibt über ihre Erscheinung: „Diese Gigolette des Café-Concert - nicht mehr gonz jung, aber auch noch nicht alt - hat ein prächtiges, vornehmes Profil, sehr stolz, mit hoher Stirn, seiner Nase, energischem Kinn ... wenn sie eine Puderperücke trüge, wäre sie eine Königin oder eine Königs-Maitresse des 18. Jahrhunderts.“ Ihr Repertorium besteht aus Liedern von Jean Richepin, Th. Botrel, Alfred de Musset, Darcier und andern modernen Poeten. Eugenie Buffet wird von der Terrasse des Kasino herab singen. .... Wie wir vernehmen, gedenkt die Sängerin am Sonntag öffentlich in hiesigen Cafés und in einzelnen Straßen ihre populären Lieder vorzutragen.“

(Lux. Ztg., 10. August 1905, Abendausgabe.)

„Die zahlreichen Pariser, bezw. Franzosen, die zurzeit in Mondorf zur Kur sind, haben mit Interesse vernommen, daß Madame Eugenie Buffet morgen und übermorgen in Luxemburg auftritt. Könnte die Kurverwaltung sich nicht dazu versteigen, gegen einen oder ein paar blaue Lappen die berühmte Liedersängerin für einen Abend in Mondorf zu gewinnen?“ (Aus einem Eingefandt aus Bad Mondorf, 11. August 1905, Lux. Ztg., 12. August, Abendausgabe.)

„Die Straßensängerin Frau Eugenie Buffet aus Paris wird heute Sonntag von 6 bis 10 Uhr abends in sämtlichen Cafés am Paradeplatz singen. Der Erlös der Kollekte wird der Kinderkrippe zufließen.“

(Lux. Ztg., 13. August 1905, Morgenausgabe.)

„Der Frau Eugenie Buffet haben am Samstag abend die Kasinogesellschaft und gestern die ganze Stadt genußreiche Stunden verdankt. .... Mit ihrer Seele, mit ihrer ganzen Seele singt die berühmte Volkssängerin, bald klagend, bald jauchzend, hier seufzend, dort frohlockend, immer gemütvoll und herzerquickend. So hat sie denn auch im Sturme aller Herzen erobert .... singend immer und überall, zuerst für die Armen, dann für sich. .... Gestern zog sie am Vormittag, am Nachmittag und am Abend durch die Straßen der Stadt und sang zum Besten der Kinderkrippe, namentlich am Paradeplatz und in den Cafés. Um halb fünf Uhr wirkte sie auch im Kouzert der Enfants de Luxembourg mit, das in der Ville Louvigny zum Besten des Menager-Denkmals stattfand. Überall regnete ihr Geld entgegen, überall wurde ihr von freudigen Volksmassen Beifall geklatscht. Wo sie sich zeigte, wo sie sang, herrschte Jubel und Begeisterung.“

(Lux. Ztg., 14. August 1905, Abendausgabe.)

„Quel Parisien n’a gardé présent le souvenir d’Eugénie Buffet? Ses chansons, réalistes ou sentimentales, ont bercé notre jeunesse et ravi le cœur des artistes et des midinettes. C’est qu’elles jaillissaient du cœur, c’est qu’elles étaient parfumées de cette sincérité que dispensent seuls les interprètes qui vivent de leur âme et, à ce jeu. s’épuisent. ....

Eh! bien, comme nous l’avons dit déjà à nos lecteurs, Eugénie Buffet est en ce moment à la veille de la plus complète détresse. Malade, elle a appelé au secours. Des amis se sont aussitôt empressés. Elle a été immédiatement transportée à la maison de santé d’Epinay, et, de là, soignée avec un zèle admirable, nous espérons qu’elle sortira bientôt guérie.

Mais à ce moment, que fera-t-elle? Où ira-t-elle? .... Nous n’hésitous pas à publier ici un passage de la lettre poignante qu’elle vient de nous écrire.

Je suis très malheureuse, je ne peux plus chanter et j’en pleure.

Je viens faire appel à «Comœdia» pour qu’on fasse quelque chose pour moi.

Non seulement je ne peux plus chanter, mais je suis pauvre. Vollà six mois, six grands mois que je lutte.

Je n’en peux plus .....

J’espère ne pas être abandonnée.

Eugénie Buffet, maison de santé d’Epinay, 8, avenue de la République, Epinay. (Comœdia, samedi 13 mars 1926).
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    Katalognummer BW-AK-014-3131