Seit vorigen Samstag, 24. April, 10 Uhr abe@ haben wir einen Museumsverein -@
eine Société des Amis des Musées, wie er nach @ Vorbild ähnlicher Vereine in Frankreich get@ wurde, aber
wir haben kein Museum!Und wir müssen ein Museum haben!
Eines der dummiten Worte, die seit langer Zeit @ Flügeln unterwegs sind, ist dieses: Heureux @ peuples qui n’ont pas d’histoire! Glücklich, @ Völker, die keine Geschichte haben.
Ein Volk ohne Geschichte ist ein Volk, das @ gelebt hat. Und wir haben gelebt. Wir haben @ Geschichte, wir hatten sogar Geschichten.
Ein Museum ist der Niederschlag der Geschichte @ Kultur eines Volkes. Der feste Extrakt, zu dem @ innere und äußere Erleben des Volkes komprimiert @ und der sich in der andächtigen Anschauung der N@ fahren zu lebendigen Werten wieder auflöst.
Am Samstag führte uns einer der Gründer @ Vereins, Professor Dr. Josef Tockert, in einem kla@ Überblick durch die Nachbarländer Frankreich, Belg@ und Deutschland und zeigte, wie dort in den klein@ Städten und Städtchen reichdotierte und muster@ verwaltete Museen bestehen. Gradezu beschämend @ uns mußte es sein, was er zum Beispiel über @ Arloner Sammlungen, ihre Unterbringung, ih@ Reichtum, ihre Ergänzung, ihre Verwaltung mitte@ Wir hätten Material zu mehreren Museen von @ Bedeutung desjenigen von Arlon, aber diese Sch@ fristeten bisher ein nutzloses Dasein. Unser Mus@ war und ist zum Teil, zu einem großen Teil @ heute nichts mehr, als eine Rumpelkammer. @ Rumpelkammer mit kostbarem Inhalt, der versta@ unerschlossen, ungeordnet, unverdaut und unverda@ beiseite gestapelt wurde, ein Opfer des nation@ Dilettantismus.
Der Krieg, der eine Epoche des Triumphes für @ Materie bedeutete, hat trotzdem auch den Geist@ lebendigerer Betätigung aufgestachelt. Dem Schi@ tum ist in dem Drang nach geistigem Aufschwung @ glücklicher Gegensatz erstanden, und im Tempo @ Dranges muß auch die Sache unseres Nati@ museums endlich alle Hindernisse überfliegen.
Wir haben eine Gemäldesammlung, die wir @ sprichwörtlichen Großmut der Familie Pesca@ verdanken und über die bisher Herr Tony Dut@ soweit es in seinen Befugnissen lag, Hand geh@ hat. Das Pescatore-Museum, dessen Wert in @ Millionen geht und um das uns jede größere @ beneiden würde, ist für die meisten Luxemburge@ verschleiertes Bild von Saïs, statt daß es eine Pi@ stätte für die Bevölkerung, eine Anregung und @ Ideal für keimende Talente sein sollte.
Wir haben, dank den uneigennützigen, sach@ und unablässigen Bemühungen des Herrn @ Ferrant ein naturhistorisches Kabinet, das @ richtiges Kabinetstück von Museum nennen @ von dem ab und zu ein paar begeisterte W@ den Zeitungen stehen, aber das ganz sicher im @ land bei den Fachgelehrten bekannter und berü@ ist, als in Luxemburg.
Wir haben - neben allerhand Kitsch, allerding@ Haufen wertvoller, manchmal unschätzbarer ges@ licher und kulturgeschichtlicher Sammlungsstücke@ nur der sichtenden, ordnenden Hand eines @ gelehrten bedürfen, um für uns zu sprechenden @ der Vergangenheit zu werden.
Josef Tockert hat am Samstag Wege zur @ wirklichung des kühnen Traumes gewiesen -@ Traumes, der gar nicht so kühn mehr erscheint, @ man mit gutem Willen und praktischem Sinn @ Sache herangeht. Eine der wichtigsten Vorbeding@ wird sein, daß eine fachmännische Kraft an geeig@ Stätten sich die nötige Spezialbildung aneignet, @ zur Leitung eines Landesmuseums gehört, dam@ endlich einmal aus dem blutigen Dilettantismus@ Vergangenheit herauskommen.