Also Sie haben noch nicht herausgebracht, liebe „fleißige Leserin“, wer von den zwei belgischen Forellenfischern damals im Kautenbacher Tunnel zuerst überfahren wurde?
Nehmen Sie bitte einmal Ihren Fahrplan zur Hand. Da sehen Sie, daß in der Zeit zwischen 15 Uhr, wo die Belgier zuletzt gesehen und 17.30, wo ihre Leichen aufgefunden wurden, ein Zug um 15.26 von Kautenbach nach Wilwerwiltz, also zu Berg fährt, und einer um 16.27 von Wilwerwiltz nach Kautenbach, zurück. Das sind die einzigen Züge, die Sonntags während dieser Stunde durch den Kautenbacher Tunnel verkehren. Die Belgier wußten in unserm Fahrplan nicht Bescheid. Sie gingen unbefugterweise durch den Tunnel und wurden überfahren.
Erste Lösung: Wurden beide Leichen auf demselben Geleise gefunden und es war das Geleise, auf dem der Zug Kautenbach-Wilwerwiltz fuhr, so war der am ersten überfahren (und zur Stelle tot), der am nächsten zu Kautenbach lag. Das Umgekehrte ist der Fall, wenn die Leichen auf dem andern Geleise lagen.
Zweite Lösung: Beide Leichen wurden auf verschiedenen Geleisen aufgefunden. Dann ist der am ersten überfahren, der auf dem Geleise rechts in der Richtung Kautenbach-Wiltz liegt, denn auf dieser Seite fuhr der erste der beiden Züge.
Diesmal ‚liebe „fleißige Leserin“, soll die Denksportaufgabe erstens leichter und zweitens ganz besonders auf Sie zugeschnitten sein. Denn die Hauptrolle darin spielt ein Damenschneider.
Er war aus Köln und kam vor dem Krieg viel nach Luxemburg, wo er bei seinen zahlreichen Bekannten unter dem Namen Fritz sehr populär war.
Einmal auf Fastnachtsdienstag hatten sie ihn mit ins Kasino genommen, wo er bald bei einem feschen kleinen Domino vor Anker ging. Das Göhr beschlagnahmte ihn derart, daß er für das ganze Treiben im Saal weder Augen noch Ohren mehr hatte Sie trug ein reizendes Schäferinkostüm und duftete nach dem teuersten Parfums. Fritz war weg. Den Arm um ihre Taille, die Wange auf ihrer Schulter raspelte er klafterweise Süßholz und die Kleine ging in der Fi auf seine Werbungen ein, aber immer nur bis diesseits der Grenze, wo es verfänglich wurde.
„Du bist die liebste Maus!“ sagte Fritz. „Du verträgst wenigstens ein Glas Schampus. Deine Schwestern tun abstinenzlerisch und nippen nur, du trinkst einem braven Kerl Bescheid, du bist mein Fall. Kellner noch eine ....“
„Kellner,“ unterbrach ihn Miezy in ihrer höchsten Fistel, „diesmal aber eine Pomm!“
„Meinetwegen.“ meinte Fritz, „wenn dir die Marke besser schmeckt. Also Kellner, eine Pomm. Aber Miezy Schatz, Miesekatze, ob wir die nächste Flasche nicht lieber in einem gemütlichen Sehpareeh trinken?“
„Ach, es ist noch so früh!“ greinte Miezy. Und vom Nebentisch kamen die jungen Leute, die schon die ganze Zeit nach ihr herüber Augen gemacht hatten, und stießen mit ihr an und tranken aus ihrem Glas und lachten sich bucklig, was unsern Fritz in dem Vorhaben bestärkte, recht bald mit seiner Miezy in einem Séparé „Enfin seuls“ zu spielen. Denn diese frechen Dächse am Nebentisch, die mit der Miezy Brüderschaft getrunken zu haben schienen, fielen ihm schon lange auf die Nerven.
Endlich gab Miezy seinem Drängen nach. Beim hinausgehen stützte sie sich auf seinen Arm. „Ich glaube, Fritz, ich hab einen Mordsschwips.“ - „Das bloß äußerlich, Mausekatz, das wollen wir gleich gaben.“
Draußen stürmte und schneite es mit allen Registern.
„Armes Wurm!“ sagte Fritz. „So kannst du unmöglich gehen. Hast ja nichts auf ’m Leib. Hier, zieh rasch meinen Mantel an.“
Sie lachte und sagte: „Danke schön, Fritz!“ Und zog behend den Mantel an, knöpfte ihn schleunigst zu bis an den Hals und wollte gehen. Da rief Fritz: „Nanu, da soll ja ... ei du verdammtes Rabenaas! hat mich der verfluchte Kerl den ganzen Abend auf der Leimrute sitzen und ich, der Kölner Fritz, mit allen Wassern gewaschen, ich merke jetzt erst, daß er kein Mädel ist.“
„Es war die höchste Zeit,“ sagte Hans in seinem schönsten Primaneralto.
Wie war unserm Fritz so plötzlich die Erleuchtung gekommen?