Original

3. August 1926

Dieser Tage haben Sie also den letzten Ka@ bericht vor den Ferien erhalten.

Sie haben ihn gelesen oder Sie haben ihn @ gelesen.

Haben Sie ihn nicht gelesen, so wird Sie @ Folgende nur zu etwa 50% interessieren. @ immerhin zu 50%.

Wer den Kammerbericht liest, macht sich dazu @ Gedanken. Er nimmt die Reden hin als etwas S@ verständliches, Wildgewachsenes, wie Hafer und @ toffeln und Brennesseln. Sie sind da, nun ja, @ erfährt daraus, wie der Mann sich zu einer @ stellt, man stellt sich mit ihm oder gegen ihn, @ niemand fällt es ein, sich darüber Gedanke@ machen, wie so eine Rede geworden ist, wie der @ eines Gedankens sich zu einer ganzen Ackerbreite @ Worten ausgewachsen hat. Es kommt niemand @ Bewußtsein, daß hinter diesen erstarrten Worte@ lebendiger Mensch steht, der sich etwas dabei d@ etwas damit bezweckte, Mitmenschen aufrütteln @ reißen, überzeugen, bekehren, widerlegen wollte. @ dabei vielleicht die stolzesten oder angstvollsten A@ blicke seines Daseins lebte.

Und doch ist ein Blick in die Werkstatt, in de@ Reden gemacht werden, sehr interessant und leh@

Wollen Sie den Blick tun? Gut, so gehen Sie @ nächsten Samstag, 7. August, 18 Uhr, in die @ genannte Aula des Athenäums.

Dort wird Herr Georges Buisson, Präsident @ internationalen Stenographie-Ausschusses, @ direktor des Stenographiedienstes der französ@ Kammer, über dies Thema reden.

Er wird verraten, wie die Parlamentarier @ Reden vorbereiten und vom Stapel lassen. Er @ Ihnen einen Blick in die Kulissen verstatten, @ Sie die bei der Arbeit sehen, die ihre Reden @ wendig hersagen, sie ablesen oder aus dem S@ halten oder überm Gehen vorbereiten. Er @ plaudern über die, die plötzlich den Faden verli@ über die, die in der Verlegenheit nach dem @ Wasser greifen, über die Beschränkung der Re@ und das Tempo der einzelnen Redner, über die @ zösische Sprache und die parlamentarische Ausd@ weise.

Wenn einer in der Lage ist, zu einem solchen @ trag Stoff gesammelt zu haben und damit @ direkt nach dem Leben zu malen, so ist es Ge@ Buisson, der Tausende von Parlamentariern, @ unter die berühmtesten und berüchtigtesten @ Bleistift hatte.

Also gehen wir hin. Die, die schon. Abgeo@ waren und die, die es noch zu werden hoffen, @ ziemlich alle Luxemburger und Luxembur@ Den einen wird der Vortrag ein Spiegel sein, @ sie ihre Kollegen erkennen werden, - sich selbst @ natürlich! - den andern ein Fingerzeig, wie @ nicht machen sollen. Im parlamentarischen Le@ eine Hauptsache, daß man weiß, wie man es @ machen soll.

Wie Herr Georges Buisson nach Luxemburg @ auf die Idee kommt, grade jetzt einen Vortr@ halten?

Nun, er ist, wie gesagt, Vorsitzender des @ nationalen Stenographie-Ausschusses, der diese @ nächste Woche in unserer Mitte tagt, um für n@ Jahr einen Stenographiekongreß in Brüssel @ bereiten. Hoffen wir, daß er das nächste M@ Brüssel tagen wird, um einen Kongreß in Luxem@ vorzubereiten.

TAGS
    Katalognummer BW-AK-014-3246