Original

22. Oktober 1926

In der Stadt erhält sich das Gerücht, das @ wolle die Villa Louvigny im Stadtpark kau@ zwar als Baustelle für die längst gepla@ Kathedrale.

Unser Stadtpark gehört zu den Attrib@ Luxemburg braucht, um seinen Chara@ Touristenzeutrum zu bewahren und immer@ herauszuarbeiten.

Die Fremdenindustrie, auf die die Haupt@ gewiesen ist, ist eine Laienangelegenheit. U@ darf erwarten, daß ihre Kreise nicht durch @ @elle Angelegenheiten gestört und ihre Pl@ durch Kirchenbauten an falscher Stelle du@ werden.

Der Grundsehler wurde begangen, als vor@ Negierung und Stadtverwaltung zugaben, @ Vill@ Louvigny in Privathände überging. @ war für die Stadt der Augenblick, sich das @ Grundstück zu sichern. Daß sie es unterließ, @ seither bitter gerächt und kann sich noch bittere@

Der Bau einer Kathedrale an jener Ste@ einer Enteignung der Bürgerschaft gleich. De@ mittlere Park, zwischen Monterey- und @ Avenue verlöre seinen Charakter als Erholu@ Um eine große Kirche herum herrschen ein @ und eine Atmosphäre, die keine Stimmu@ kommen lassen, wie man sie in einem idyllisch@ zu sinden gewohnt ist.

Wenn dies schon für die ruhigste Zeit in@ gilt, um wieviel mehr dann für die Okta@ wo Tausende und Abertausende zur K@ pilgern. Man braucht keine befleckte Phan@ haben, um sich die zertrampelten Rasenp@ Blumenbeete und all das Stullen- und and@ während jener Wochen des kirchlichen Ho@ vorzustellen.

Unser Park ist, wie oft wiederholt w@ Lunge der Stadt. Er wird ihr um so nötiger, @ sie sich ausdehnt, je dichter sie sich bevölke@ aufreibender das Leben in ihr sich gestaltet. @ geht ja der Zug: daß sich unsre Straßen imme@ mit emsiger Menschheit füllen und das @ immer näher an das Maximum der Großstädte@ reiche. Wenn es einmal, vielleicht in zehn, @ in zwanzig Jahren so weit ist, dann wird @ Stadtpark eher als zu klein, denn als zu g@ weisen

Was darin heute fehlt, ist nicht eine Ka@ sondern eine Wirtschaft, in der man ein Glas@ für die Kinder, eine Tasse Kaffee oder @ Bier oder Wein, ein Käse- oder Schinkenbro@ oder auch nur bei unerwartet einfallendem R@ unterstellen könnte. Wieviele lassen sich vo@ Spaziergang im Park nur dadurch abhalte@ darin nirgends auch nur das primitivste Unte@ die dürftigste Verpflegung zu finden ist.

Wenn der Bau einer neuen Kathedrale ein@ wird, so wird sich auch ein passender Platz dafür@ einer, der in jedem Betracht geeigneter w@ der Platz der Villa Louvigny. Wo ein Wille@ ein Weg - und auch ein Platz.

Dies ist keine billige Pfaffenfresserei und @ knöcherter Homaisismus. Es ist der begreifliche @ nach sauberer Trennung zweier Sachen, die@ durcheinander gehören. Eine Kathedrale im @ park würde sich in die gesunde Entwicklung @ burgs als der anziehendsten Fremdenstadt in @ Runde hemmend hineindrängen, und das ist@ scheinlich nicht beabsichtigt.

Oder besteht irgendwo die sanguinische H@ Luxemburg zu einem mitteleuropäischen L@ emporzupeitschen? Dafür ist hier denn doch d@ zu klar und das Milieu zu nüchtern.

TAGS
    Katalognummer BW-AK-014-3275