Original

28. November 1926

@belgien haben sie ein Kind getauft, ehe es auf @elt war.

@ hofsen, daß es ein kräftiges Knäblein wird, @ie nennen es mit einem weiblichen Namen: @

@et, der latein bis zur ersten Deklination inkluslos @ hat, weiß, daß die Endung a sofort die Vor@ weckt, daß man es mit etwas Weiblichem zu @t. Filius heißt der Sohn und Filta die Tochter. @ also die belgischen Finanztechniker ein Knäblein @schen wollten, mußten sie ihn Belgus nennen. @elga ist ein Widerspruch im Genus zwischen @ und Substantiv, wie die Petruß.

@ Belgiern und uns wäre zu wünschen, daß dieser @pruch sich recht bald aufhebe, und daß aus dem @ ein beau gas werde.

@gab, wenn man in Belgien einen neuen Namen @as Landesgeld erfinden wollte, allerhand @enzfälle. In Preußen hatten sie ihren Friedrich@n Frankreich ihren Louis und ihren Napoleon. @ nannten die Velgier ihre neue Münzeinheit @ Albert oder Leopold? Vielleicht, weil sie im @ zu gering gegriffen ist, als daß sie einen König @ufpaten verdiente. Gut, also sollen sie über @elga ein Goldstück schaffen und es Leopold oder @ oder Astrid nennen. Wir kommen mit einer @otte oder einem Jean nach. Es würde sich im @sverkehr nicht übel ausnehmen, wenn wir als @ Patrioten statt mit Stückern oder Napoleongen @harlotten oder Jangen rechneten.

@ießlich fragt man sich aber, warum die Belgier @berhaupt dem guten braven alten Frane den @aß geben wollen. Er hat das nicht um @ dient, und auch unsrerseits wäre es schnöder Undank, wollten wir uns auf einmal dieses alten Kameraden schämen, weil er ohne seine Schuld in den Schlamassel geraten ist. Die Mark hat noch viel schoflere Masematten erlebt, und doch hat in Deutschland niemand daran gedacht, sie durch einen Germania zu ersetzen. Sie beherrscht die Nomenclatur nach wie vor durch die ganze Skala hindurch.

Ist denn der Franc nicht wirklich ein lieber Kerl und sollten wir ihm nicht aus Dank und Pietät das Gnadenbrot geben? Abgesehen davon, daß er später ganz gewiß wieder zu Kräften kommen muß. Ein heller Schein geht von seinem Namen aus. Man denkt an frank und frei. Bossuet sagt von den alten Franken, die an den Ufern des Rheins wohnten: „Leur nom montre qu’ils étaient unis par l’amour de la liberté.“ Ihr Name galt als gleichbedeutend mit Freiheitsliebe.

Der Franc war immer etwas, wie ein frischer junger Leutnant, der jüngste Offizier des Regiments, der erste von Silber über der Mannschaft von Bronze und Nickel. Er gebot über einen Zug von 20 Sousoldaten und eine Kompagnie von 100 Kupfercentimes. Er war oft ein leichtsinniges Huhn und schwer zuhause zu behalten. Und er teilt mit vielen jungen Leutnants das bittere Los, daß ihn der Krieg auf den Hund gebracht hat.

Wir waren ihm treu geblieben, auch als ihm durch die Zollpolitik vergangener Jahrzehnte in der Maal eine mächtige Konkurrenz erstanden war. Lange Zeit sahen wir durch das Bild der Mark hindurch die Züge des Franc, und statt zwei Mark sagten wir unentwegt zwei Francs und ein halber. Aber allmählich sank er doch mehr und mehr in den Hintergrund und mußte immer mehr Terrain an die Rivalin abtreten. „Nach net fir e Frang!“ wurde vielfach durch: „Nach net fir eng Mark!“ ersetzt und jetzt, wo er das verlorene Gebiet wieder erobern soll, kommt ihm der Belga in die Quere.

Möglicherweise stellt sich für uns demnächst die Frage, ob wir statt des Belga nicht ein eigenes, nationalluxemburgisches Frankenmultipel einführen sollen.

„Wißt Ihr, was Ihr tun solltet?“ frug mich ein belgischer Freund. „Ihr solltet Euer neues Fünffrancstück Quetsch nennen.“

Er trinkt nämlich immer den ausgewachsenen Quetsch zu fünf Francs.

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    Katalognummer BW-AK-014-3305