Als ich die letzte erste Nummer der Voix des Jeunes in die Hand bekam, sagte mir Mephisto ins Ohr: „Von Zeit zu Zeit seh ich den Jungen gern.“
Er hat recht.
Leider ist es eines der bedauerlichsten Mißverhältnisse in der Einrichtung unsrer Welt, daß immer die Leute, die vom Geld den besten Gebrauch machen zu wollen und zu können überzeugt sind, am wenigsten Geld haben. Und daß sie später, wenn sie Geld zu fressen haben, davon einen ganz andern Gebrauch machen, als sie früher machen zu wollen gewillt gewesen wären.
So gibt es in jeder Generation eine Anzahl junge Leute, die überzeugt sind, daß sie mit den Millionen, die sie nicht haben, wenn sie sie hätten, eine Zeitung gründen würden, damit die Welt endlich erführe, was hinter allem und jedem steckt und wo sämtliche Barthels der Politik, der Kunst, der Literatur, des Handels und der Industrie und Wissenschaft und Kultur den Most holen.
Denn in jeder Generation gibt es eine Anzahl junger Leute, in deren Gärtchen oder Garten einige nette Sachen gewachsen sind, Blumen oder Gemüse, je nachdem. Und sie wollen damit auf den Markt. Aber meist wächst nichts nach, oder es wächst nicht rasch genug, um das Marktgehen zu lohnen. Wenn nämlich ein Gärtner von seinem Garten nicht leben muß, wird er faul. Und dann geht die „Voix des Jeunes“ wieder einmal ein. Bis wieder ein paar Folgende ihren Schreibfrühling erleben und soviel Geld zusammen bekommen, daß sie die „Voix des Jeunes“ eine Zeitlang fristen können.
Jede Stimme der Jungen muß unbedingt mit der Zeit eine Stimme der Alten werden, wenn sie nicht den Rückhalt hat, den ein Unternehmen braucht, um nicht ein bloßer Saisonartikel zu sein.
Wenn man ein Blatt gründet, das im Geistesleben einer auch noch so kleinen Volksgemeinschaft eine ernst zu nehmende Rolle spielen will, darf es nicht ein bloßer Vorwand sein, damit ihrer zwei oder drei @ Ei oder ein paar Eier legen können - das Ei@ die paar Eier ihres Lebens. Man muß den @ Willen und die Kraft haben, sich in Pflichten @ Hemmungen einzuschienen.
Und die erste Pflicht wird sein, daß man in A@ nicht sagt, was man will, sondern nur, was man @
Junge Leute sehen im Geist gern allerhand Ty@ nen, die ihnen den Mund stopfen wollen, und @ bäumen sich gegen sie auf und rufen blitzenden A@ nach Freiheit.
Aber es gibt letzten Endes keine solchen Tyran@ es gibt nur die Hemmung, daß keiner sagen soll, @ er nicht weiß.
Wenn sich die Jungen, die hinter der neuen „V@ des Jeunes“ stehen, das zu Herzen nehmen, sollen@ ihre Stimme mitsingen. Man wird immer auf @ hören. Denn sie haben für sich den Reiz der Be@ du Diable.
Ihre erste diesmalige Nummer enthält viel Sch@ und Wahres. Auch allerlei, was nicht wahr ist, @ deshalb unwahr zu sein. Denn es gibt einen Un@ schied zwischen nicht wahr und unwahr, wie es @ Unterschied gibt zwischen zufällig und endgültig @ ist zum Beispiel nur bedingt wahr, daß wir, @ Frantz Clément behauptet, keine sogenannte „Ke@ drale“ haben, wo es doch im Bahnhofviertel aller@ Notkapellen gibt, die sie ersetzen; es ist auch @ wahr, was er über die Theaterkritik sagt: daß @ nämlich nur für die Premièren da sein soll. Nach @ könnten wir eine Rubrik „Theater“ also erst ha@ wenn die Steine bergauf rollen, denn eher erle@ wir hier keine Première, die den Namen verdie@ Aber die Leute, die abends im Theater saßen @ nachher über Stück und Schauspieler diskutier@ wollen andern Tags in der Zeitung lesen, ob @ oder ob die andern recht hatten. Dinge dieser @ sieht man je nach der Parallaxe verschieden.
Eins nehme ich den Jungen der „Voix des Jeu@ übel: daß sie die Schotte des Theaterbetriebs haben@ bohren helsen, damit die Politik hineindringen @ Ich meine die Theaterkartengeschichte. Sie hatte@ wenigstens siebzehn Beziehungen Unrecht, und @ sie so frei und frank und unabhängig sind, wie@ sagen, so werden sie das ruhig eingestehen. E@ immer ein Zeichen von innerer Unabhängigkeit, @ man mit zwanzig Jahren eingesteht, was man @ vierzig Jahren ja doch eingestehen wird.