Als ich Abschied von ihm nahm, lag er friedlich, in dem Frieden, den nur der Tod gibt, auf den weißen Marmorfliesen der Halle und ein Schoßhündchen, das ihn flüchtig beschnuppert hatte, floh vor dem Ruch der Wildnis, den er ausströmte, in die Ecken.
Ein paar rosenrote Blutwischer waren um ihn auf dem blanken Boden. Seine baschige Lunte mit der weißen Blume lag leicht gekrümmt, wie ein reiches, sanftes Ausklingen der rotbraunen Kadavergestalt. Die Läufe hatten ganz natürlich die Stellung genommen, die sie im Leben auf der Flucht hatten. Die Seher blinkten glasig, der Fang war geschlossen, nur die Gehöre standen spitz, als fingen sie wie im Leben einen fernen Laut auf, verdächtig oder verheißend.
Ein Fuchsrüde, den wir von der Jagd heimgebracht hatten.
Wir haben in diesen Monaten so viel vom Fuchs im Frack „an a Maansgre’ßt“ gesprochen und geschrieben, daß es eine kleine Abwechslung ist, wenn man wieder einen wirklichen zu Gesicht bekommt. Nicht als Bettvorleger oder in ausgestopftem Zustand im Schaufenster eines „Naturalisten“, sondern in freier Wildbahn, auf dem unheimlichen Schlachtfeld des Tierlebens, wo eins das andre auffrißt von unten herauf.
Du gehst durch Wald und Feld und machst Dir selten klar, daß da tausend Leben von der Natur gegeneinander ausgespielt werden, von den Infusorien herauf bis zu Fuchs und Reh - da keine Gazellen und Löwen und Elefanten in unsrer Fauna vorkommen, begnügen wir uns mit Fuchs und Reh. Aber so Du es inne wirst, daß da eines des andern Todfeind ist, so halte Dich um Gottes willen nicht für etwas Besseres, als das Getier der Wildnis.
Jagd ist schön, auch wenn man sie nur mit dem Stock bewafsnet als Schlachtenbummler mitmacht. Sie ist schön, wenn der Rahmen dazu schön ist. Ein Kesseltreiben im Hessischen zum Beispiel, das auf die Einsammlung totgeschossener Hasen heraustommt, braucht man sich nicht schön zu denken, wenn man nicht zu den Jägern gehört, die die Flinte als rechte Künstler ein Instrument handhaben.
Aber eine Treibjagd in den öslinger Berge@ Beispiel ein sanft geschwungenes Tälchen, da@ grüner Teppich, der nach dem Wässerchen im G@ immer grüner wird, von dem frischen Grün, d@ Winter trotzt und wie ein fröhlicher, zuversi@ Bindestrich zwischen Herbst und Frühling ist. B@ Schälwald die Hänge hinauf, dazwischen hier @ eine Fichtenoasis, oder eine Gruppe Kiefern, @ flächen, von gelbbraunem Geleucht welker @ bestände abgelöst. Eine malerisch überschnitte@ wegung der Hügelrücken gegeneinander, und@ alles in weichen Nebel hinein verschwindend, @ der Ferne nur das Silbergrau dasteht wie e@ endlich milder Klang von Ewigkeit, von de@ nicht sagen kann, wo er grade anfängt und @ hinter das Ende liegt.
Aus der Ferne ein Hornton. Die Jäger au@ Anstand am Rand des Gehölzes fassen ihre @ fester, spitzen die Ohren, schicken die Augen @ Suche zwischen das dünne Gestämm der Lo@ Aufgescheuchte Vögel schreien vor der Treiberwe@ Man hört nahende Stimmen, die brrr! und he@ durch die Stille machen, die Schläge von Stöcken @ Stämme und Gebüsch, plötzlich ein aufge@ Schreien, ein Schuß, zwei, drei Schüsse klopsen @ in die Luft oder brechen sich mit drolliger @ gebärde an den Hängen, ein Häslein schlägt @ grünen Teppich einen Haken und entstürzt i@ nahe Fichtendickicht.
Einer hat sich in grimmiger Entschlossenheit, i@ verbissenen Vorsatz, heute einen Fuchs zu schieß@ dem Fuchspaß angestellt. Wenigstens sieben @ müssen in der Stellung sein, hat der Förster ver@
Das Treiben verhallt. Von den sieben Füchse@ sich keiner gezeigt. Da - es beginnt schon zu d@ da schnürt es rotbraun durch den struppigen @ - ein Knall .... fünf Minuten später wir@ geblasen und auf dem Fleck liegt Reinecke, in Sch@ gestorben, mit dem Namen seiner Fähe auf @ Lippen.
Es ist, als sträube sich sein Balg trotzig unte@ Griff, als wolle er sich struppig machen, w@ Ginster. Keine Unze Fett liegt auf den starken @ das ganze Tier von den Branken bis zur Sp@ Standarte ist ein Muster von Zweckmäßigkeit, @ Werkstatt unerbittlicher Notwendigkeit gebaut.
Und wie der arme Kerl da liegt, der Di@ Räuber und Mörder, da tut er einem doch leid,@ er doch ein ganzer Kerl gewesen ist. Und man w@ sich nicht mehr, daß ihn die Dichter zum @ gemacht haben.