Noch ein paar Sprüchlein aus dem alten Notizbuch:
Gegen niemand ist die edle Frauenseele stolzer, als gegen den, dem sich der Mann ihrer Wahl aus Not beugen muß.
So du eine Rede hältst, betone jedes Wort, als sei es das wichtigste der ganzen Rede. Denn das Wichtigste ist nicht immer das, was du dafür hältst.
Die einzige Arbeit, die dir schaden kann, ist die, die du nicht machst.
Es kommt nicht so sehr darauf an, was einer hat oder ist, wie darauf, was er zu sein oder zu haben glaubt.
Ereignisse, auf die du nicht wettest, sind die, die in der Regel eintressen.
Der Trieb, andere zu seiner Ansicht zu bekehren, ist ein Zeugungsbedürfnis, das auch mit den Jahren abstirbt.
Wer mit dem Kopf durch die Wand will, läuft zwei Gefahren: Eine, daß die Wand härter ist, als sein Kopf, und eine größere, daß gar keine Wand da ist.
Je heftiger die Fensterscheiben das Sonnenfeuer zuräckwersen, desto mehr sieht es aus, als ob es hinter ihnen brännte. Je mehr du dich gegen einen Verdacht wehrst, desto überzeugter ist die blöde Menge, daß du schuldig bift.
Die gute alte Zeit ist für uns immer der Kirschkuchen, von dem wir nur die Kirschen naschen möchten.
In jedem Mann schläft ein Tolstoi, nur hat er meist nicht die Energie, fortzulaufen, wenn er wach wird.
Merkwürdig, daß man immer dann am liebsten arbeiten möchte, wenn man dazu am wenigsten Zeit hat.
Wahrscheinlich meint jeder, wenn er stirbt, daß er das Beste, wozu er fähig war, nun ungetan lassen muß, und das ist am Tod das Bitterste.
Notweißblau wird irrtümlich als Trikolore bezeichnet, denn weiß ist keine Farbe, es ist nur der Abstand zwischen rot und blau, damit es besser aussieht.
Es gibt ein Sprichwort: Wer mit zwanzig Jahren nichts weiß, mit dreißig nichts ist und mit vierzig nichts hat - kommt überall zu spat. Das war früher. Heute gilt es so: Wer mit vierzig nichts hat, fängt wieder von vorne an.
Jung sein ist kein bewußtes Glück, aber sich im Alter jung fühlen heißt ein Glück besitzen, das darum höheren Wert hat, weil man sich seiner bewußt ist.
Ein guter Architekt kann einen Schweinestall zu einem Kunstwerk machen. Und umgelehrt.
Man braucht ein Leben, um die Kunst der Nüancen zu lernen.
Deine falschen Freunde erkennst du am Beifall, den sie dir spenden, wenn du auf dem Holzweg bist.